{"id":141,"date":"2025-04-21T16:28:17","date_gmt":"2025-04-21T16:28:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/?page_id=141"},"modified":"2025-04-21T16:28:17","modified_gmt":"2025-04-21T16:28:17","slug":"struwwelpeter-im-am-ofen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/?page_id=141","title":{"rendered":"Struwwelpeter im \/ am Ofen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niemand friert gerne! Sehen wir von den offenen Feuerstellen der Urzeit einmal ab, so d\u00fcrfte der Kachelofen das \u00e4lteste Heizger\u00e4t sein. Wenn er heute auch ganz anders aussieht als z. B. der Pfahlbauofen aus der Bronzezeit um 2500 v. Chr. \u2013 eine Feuerst\u00e4tte aus Lehm und Steinen, wobei die Steine schon damals die Aufgabe hatten, die W\u00e4rme zu speichern \u2013 so ist das nur allzu verst\u00e4ndlich. Damals verstand man unter \u201eWohnkultur\u201c sicher nicht das, was wir heute meinen, wenn wir diesen Begriff benutzen. Der wahrscheinlich \u00e4lteste Kachelofen einer heute noch \u00fcblichen Bauart steht vermutlich in der Landesf\u00fcrstlichen Residenz in Meran und stammt aus dem 15. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die verschiedenen Stilepochen, beginnend mit der Gotik \u00fcber die Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Biedermeier, Gr\u00fcnderzeit\/ Historismus und Jugendstil bis ins 21. Jahrhundert, fanden und finden ihren Niederschlag auch im Kachelofenbau. Eine letzte Bl\u00fcte erlebte der Kachelofen in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, vor allem in Kreisen des wohlhabenden B\u00fcrgertums. Genau wie in der Architektur, bei M\u00f6belbau und Mode griff man auf Vorbilder aus Gotik, Renaissance und Rokoko zur\u00fcck. Die \u00d6fen waren pr\u00e4chtig gestaltet, mit bunt bemalten und glasierten Kacheln. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:38% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-580x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-142 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-580x1024.png 580w, https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-170x300.png 170w, https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-768x1357.png 768w, https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-869x1536.png 869w, https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-1159x2048.png 1159w, https:\/\/www.struwwelpeter.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kachel1-scaled.png 1449w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die k\u00fcnstlerische Gestaltung nahm oft auch Bezug auf den Beruf des Auftraggebers, in Bild und Schrift. Welchen Beruf nun der Auftraggeber des Kachelofens hatte, von dem ich eine Kachel besitze, wei\u00df ich nicht. Er hatte aber offensichtlich etwas f\u00fcr Literatur \u00fcbrig. Dass er Schillers Glocke zitieren m\u00f6chte (\u2026 und dreht um die schnurrende Spindel den Faden, und f\u00fcllet mit Sch\u00e4tzen die duftenden Laden \u2026), ist ja weiter nicht verwunderlich, wer zitierte Schiller nicht im 19. Jahrhundert!?<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass er aber auch Heinrich Hoffmann zitiert, noch dazu bildlich, ist doch bemerkenswert. Neben der spindeldrehenden Hausfrau in romantisierender altdeutscher Kleidung sitzt ein kleines M\u00e4dchen mit einem Bilderbuch am Scho\u00df. Und wer ist ganz genau zu erkennen? \u2013 Der Struwwelpeter! Die Kachel ist 45 cm hoch, 25,5 cm breit und 3,5 cm tief. Die Spuren auf der R\u00fcckseite zeigen deutlich, dass dieses gut erhaltene St\u00fcck tats\u00e4chlich Bestandteil eines Kachelofens war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niemand friert gerne! Sehen wir von den offenen Feuerstellen der Urzeit einmal ab, so d\u00fcrfte der Kachelofen das \u00e4lteste Heizger\u00e4t sein. Wenn er heute auch ganz anders aussieht als z. B. der Pfahlbauofen aus der Bronzezeit um 2500 v. Chr. \u2013 eine Feuerst\u00e4tte aus Lehm und Steinen, wobei die Steine schon damals die Aufgabe hatten, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-141","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143,"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/141\/revisions\/143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.struwwelpeter.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}